Untersuchung zu den Motiven gewalttätigen Handelns bei jungen Männern

Leitung: Dr. Rebecca Friedmann 

 

Im Rahmen des Dissertationsprojektes, wurde untersucht, welche Motive jugendlichem Gewalthandeln zugrunde liegen und wie diese sich differenzieren lassen. Daraus ist eine wissenschaftlich fundierte Motivdifferenzierung entsatnden die für eine Indikation, also für die Auswahl geeigneter Methoden, in der Arbeit mit sehr unterschiedlichen jugendlichen Gewalttätern nützlich sein kann.

 

Die Idee zu dieser Arbeit ist induktiv erwachsen. Die Autorin hat in jahrelanger Arbeit mit „Intensivtätern“ immer wieder festgestellt, dass sich die gewalttätigen Jugendlichen sehr voneinander unterscheiden – in ihrer Herkunft, ihren Belastungen und auch im Hinblick auf die Motive für ihre Tat. So könnte es sein, dass drei Jugendliche ein sehr ähnliches Verbrechen, z. B. eine schwere Körperverletzung begehen und sich dennoch in ihren Absichten deutlich voneinander unterscheiden; der eine Jugendliche schlägt das Opfer, um sein Ziel (z. B. die Herausgabe von Gegenständen) zu erreichen. Er ist dabei affektiv wenig erregt und beendet die Gewaltanwendung, sobald er sein Ziel erreicht hat. Ein anderer schlägt zu, weil er auf eine Provokation und empfundene Demütigung reagieren will. Ein dritter Jugendlicher wird gewalttätig, ohne dass das Opfer dabei eine wesentliche

Rolle spielt, es wird eher zufällig ausgewählt und dient dem Täter lediglich als Projektionsfläche einer diffusen Wut, die er "adressieren" will.

 

Die Erfahrung zeigt, dass der Erfolg pädagogischen Handelns häufig davon abhing, ob es gelang, den Jugendlichen in seiner Besonderheit zu verstehen und die pädagogische Maßnahme auf ihn abzustimmen. Das ist bislang sehr schwierig, weil allein schon die diagnostischen Möglichkeiten fehlen, um eine "maßgeschneiderte" Interventionsstrategie zu entwickeln.

 

Die Arbeit soll dazu beitragen, die Vielfalt jugendlicher Gewalttäter zu ordnen und zu analysieren und Anregungen zu einer differentiellen Indikation pädagogischer Methoden zu geben. Eine fachlich besser begründete Entscheidung, welche pädagogische Methode für welchen gewalttätigen Jugendlichen geeignet sein könnte, würde die Wirksamkeit der Programme erhöhen und wäre für den Jugendlichen, seine Umwelt und die Pädagogen ein Erfolg.

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