Kognitive Veränderungsprozesse bei delinquenten Jugendlichen

Im Dezember 2010 startete an der International Psychoanalytic University Berlin (IPU), unter der Leitung von Prof. Dr. Svenja Taubner und Prof. Dr. Jürgen Körner, gemeinsam und in Zusammenarbeit mit Prof. Gerhard Roth, Universität Bremen, Prof.Dr. John Dylan Haynes, Charité Berlin und in Kooperation u.a. mit der Denkzeit-Gesellschaft ein Forschungsprojekt zur Erfassung von kognitiven Veränderungsprozessen bei delinquenten Jugendlichen.

 

 

Zusammenfassung: Aggressiv-delinquente Jugendliche scheinen in Interaktionen eingeschränkt, wenn es z. B. um die Perspektive des Anderen und um gezeigtes Mitgefühl geht. Soziale Kognitionen, insbesondere eine fehlerhafte Verarbeitung sozialer Informationen und das Konzept der „Theory of Mind“, bieten eine Erklärung für die Entwicklung externalisierender Verhaltensstörungen. Zahlreiche pädagogische Maßnahmen der Jugendhilfe sollen sekundär-präventiv die Rückfallhäufigkeit senken. Hierfür stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung: zu den schon seit längerem angewandten Sozialen Trainingskursen traten freizeit- und erlebnispädagogische Maßnahmen, in jüngerer Zeit auch konfrontative Methoden wie das Anti-Aggressivitätstraining (AAT) und sozialkognitive Methoden wie z. B. das DenkzeitTraining.

 

Ziel: Die Vorliegende Studie verfolgt das Ziel, die kognitiven Veränderungsprozesse bei delinquenten Jugendlichen, die an einer intensiv-pädagogischen Maßnahme teilnehmen, neben herkömmlichen Messverfahren, mittels modernen bildgebenden Verfahren der Neuropsychologie zu erfassen und somit „sichtbar“ zu machen.

 

Methoden: In einem Prä-Post-Vergleich sollen jeweils 20 delinquente junge Männer, die eine intensivpädagogische Maßnahme beginnen, mit einer Kontrollgruppe ohne intensive pädagogische Intervention und einer Kontrollgruppe ohne aggressiv-delinquentem Verhalten verglichen werden. Zur Erhebung der funktionellen Daten wird die fMRT verwendet. FMRT ermöglicht auf nicht invasive Art die Gehirnaktivität, die mit bestimmten Stimulationen einhergeht, zu messen. Während des fRMI-Scan´s werden den Probanden kurze Videosequenzen gezeigt, die aus dem Bremer Aggression Inventory (BrAIn, Fehr, 2010) entnommen werden. In allen Szenen geht es um Interaktionen zwischen dem Protagonisten (Ego-Perspektive) und einem anderen Mann. Es werden Szenen gezeigt, die sowohl neutrale, positive als auch aggressive Interaktionen enthalten. Nach dem fMRI-Scan findet eine Stimulus-Evaluation statt, die die emotionale Valenz der Stimuli abfragt. Die neurowissenschaftliche Analyse wird durch die Bearbeitung einer umfangreichen Fragebogen-Test- Batterie zu psychosozialen Risiken unterstützt (soziale Kognitionen, Emotionsregulation, entwicklungspsychopathologische Auffälligkeiten, das Ausmaß an proaktiver vs. reaktiver Aggression, Bindungsrepräsentation).

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